Birge Schade: Engagiert gegen Analphabetismus


Bekannt als Schauspielerin aus Film und Fernsehen liebt Birge Schade besondere Räume, findet Menschenmengen aber eher unangenehm. Sie mag Disziplin, bewundert aber auch die Stille. Und: Ein Leben ohne Bücher? Kann sie sich nicht vorstellen – was sie zur idealen Schirmherrin für IRMGARD macht.

Weitere Informationen über Birge Schade unter

www.birgeschade.de

Drei Fragen an Birge Schade

 

1. Warum ist Dir die Alphabetisierung von Jugendlichen und Erwachsenen so wichtig?

Lesen und schreiben zu können ist grundlegend wichtig, um am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. Es ist niemals zu spät, es zu erlernen. Die Freude, einen Text zu lesen und sich mit den Gedanken und Ideen, eben mit der Welt anderer Personen zu verbinden, sollte niemandem vorenthalten werden. Genauso wenig wie sich selbst schriftlich auszudrücken.

2. Warum bist Du Schirmherrin für IRMGARD geworden?

Als Stefanie Trzecinski mich ansprach, ob ich mir vorstellen könnte Schirmherrin für IRMGARD zu werden, war ich gerade einige Zeit mit dem Theaterstück "Licht im Dunkel" unterwegs gewesen. In diesem Stück (eine wahre Geschichte) geht es darum, dass die sehr engagierte Lehrerin - Annie Sullivan- dem taubblinden Kind - Helen Keller- versucht, Sprache beizubringen. Es gelingt ihr. Helen Keller wurde trotz ihres Handicaps zu einer berühmten Schriftstellerin. Ich war also gerade sehr mit der Thematik " Sprache und sich sprachlich ausdrücken" beschäftigt und die Idee, mit so einem tollen Hilfsmittel wie einer speziellen App, die Lernenden zu unterstützen, fand ich großartig. 

3. Was wünscht du dir von der Gesellschaft in Bezug auf Personen, die nicht lesen und schreiben können?

Analphabetismus in Deutschland ist für viele Leute gar nicht präsent. "Das ist doch ein Problem der "dritten Welt", aber nicht bei uns! Die paar, die es als Erwachsene immer noch nicht können, haben wohl in der Schule nicht aufgepasst und sind dann halt selber schuld!" etc. Es gibt eine Menge Vorurteile, deshalb schämen sich die Betroffenen oft und versuchen ihr Defizit geheim zu halten. Aber 7,5 Millionen Erwachsene in Deutschland, die nicht - oder nicht ausreichend - alphabetisiert sind, das sind nicht gerade wenige. Und dass es viele unterschiedliche Gründe gibt, warum diese Menschen nicht lesen und schreiben können, das müsste in der Gesellschaft mehr wahrgenommen werden, um sie zu unterstützen und ihnen das Leben etwas leichter zu machen. IRMGARD ist ein wunderbares Hilfsmittel und ich hoffe, dass es vielen Menschen ein wenig weiter hilft.